Strafrecht

Das Strafrecht umfasst die Gesamtheit der Rechtsnormen, die Inhalt und Umfang der staatlichen Strafbefugnis bestimmen; auf dem Gebiet des Strafrechtes sind wir als Wahl- und Pflichtverteidiger und Vertreter der Nebenklage tätig.

Als Verteidiger leisten wir Rechtsbeistand, und zwar selbstverständlich streng einseitig zugunsten unserer Mandanten. Allein deren Interessen bestimmen die Verteidigungslinie. In dieser Funktion gewährleisten wir eine sachgerechte Verteidigung und wache über die Gesetzmäßigkeit des Verfahrens.

Die Verteidigung in Strafsachen beinhaltet die Verteidigung im Strafverfahren, Ordnungswidrigkeitenverfahren und Bußgeldverfahren.

Der Wahlverteidiger ist der vom Beschuldigten zur Wahrnehmung seiner Rechte im Strafverfahren gewählte Verteidiger.

Der Pflichtverteidiger ist der im Strafverfahren gerichtlich bestellte Verteidiger. Die Beiordnung eines Pflichtverteidigers ist nach den gesetzlichen Regelungen der Strafprozessordnung vorgeschrieben, sobald eine Verteidigung notwendig ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn

dem Beschuldigten ein Verbrechen zu Last gelegt wird,
das Verfahren zu einem Berufsverbot führen kann,
der Beschuldigte sich mindestens drei Monate aufgrund richterlicher Anordnung in einer Anstalt (hauptsächlich Straf- und Untersuchungshaft) befunden hat oder
wenn der Beschuldigte eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr zu erwarten hat.
Auch der Pflichtverteidiger kann von dem Beschuldigten frei gewählt werden, allerdings werden die Kosten der Verteidigung von der Staatskasse getragen, so dass dem Beschuldigte für seine Verteidigung keine Kosten entstehen.

Für eine sachgerechte Verteidigung ist es von entscheidendem Vorteil, mich möglichst frühzeitig zu beauftragen. Nachdem Sie – verschuldet oder unverschuldet – als Beschuldigter in einem gegen Sie gerichteten Strafverfahren geführt werden, werden Sie von der Polizei vernommen bzw. bekommen einen Anhörungsbogen übersandt. Haben Sie zum Beispiel einen Verkehrsunfall verursacht, wird gegen Sie ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet, welches unter Umständen den Entzug der Fahrerlaubnis nach sich ziehen kann.

Als Beschuldigter steht es Ihnen frei, sich zu der Beschuldigung zu äußern oder nicht zur Sache auszusagen; darauf müssen Sie von der Polizei hingewiesen werden. Sie sollten von Ihrem Recht, sich nicht zur Sache zu äußern, Gebrauch machen und uns mit Ihrer Verteidigung beauftragen.

Wir werden sodann Ihre Verteidigung gegenüber der Polizei anzeigen und die Einsicht in die Ermittlungsakte beantragen. Dies bedeutet, dass die Polizei die Ermittlungen – Vernehmung von Zeugen, Sicherung von Beweismitteln, Auswertung von Daten usw. – durchführt und die Ermittlungsakte dann an die Staatsanwaltschaft übersendet. Die Staatsanwaltschaft wird uns dann die Ermittlungsakte übersenden, aus welcher sich ergibt, welche Beweismittel zur Verfügung stehen und was die Zeugen ausgesagt haben. Den Stand der Ermittlungsverfahrens werden wir dann mit Ihnen besprechen und Ihre schriftliche Einlassung fertigen und Entlastungszeugen benennen.

In diesem Verfahrensstadium gibt es diverse Möglichkeiten für mich, auf eine Einstellung des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens hinzuwirken. Nur wenn sich eine Einstellung der Ermittlungsverfahrens nicht realisieren lässt, wird Anklage vor dem Strafgericht erhoben. In dem Verfahrensstadium vor dem Strafgericht werde ich weiter auf die Einstellung des Verfahrens hinwirken, die Zeugen vernehmen, Beweisanträge stellen und für Sie plädieren, um einen Freispruch oder ein möglichst geringes Strafmaß zu erreichen.

Sollten Sie sich in Untersuchungshaft befinden, werde ich schnellstmöglich einen Haftprüfungstermin beantragen, um die Untersuchungshaft aufheben zu lassen.

Darüber hinaus werde ich im Strafverfahren auch als Nebenkläger für die Opfer tätig. Die Zulassung der Nebenklage bedeutet, dass ich für Sie und mit Ihnen an der Hauptverhandlung gegen den Täter teilnehmen kann. Für die Nebenklage kann Prozesskostenhilfe gewährt werden, so dass Ihnen keine Kosten entstehen. Als Nebenkläger sind Sie vor jeder gerichtlichen Entscheidung zu hören, können Fragen und Anträge stellen. Sie können mit meiner Hilfe also darüber wachen, dass das Strafverfahren gegen den Täter ordnungsgemäß geführt und nicht eingestellt wird. Wird der Täter verurteilt, sind Ihre notwendigen Auslagen von diesem zu erstatten.

Im Rahmen der Nebenklage besteht ebenfalls die Möglichkeit des sogenannte Adhäsionsverfahrens. Dies bedeutet, dass der Schaden, der Ihnen durch die Straftat des Täters entstanden ist, im Rahmen des Strafverfahrens im Wege des Schadensersatzes geltend gemacht wird. Wird der Täter durch das Strafgericht verurteilt, wird dieser ebenfalls dazu verurteilt, an das Opfer Schadensersatz zu zahlen; es kann auf diese Weise prozessökonomisch ein zivilrechtlicher Anspruch in einem Strafverfahren durchgesetzt werden.

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